Bedrohte Vielfalt

Alarmierender Rückgang der Wildbienen in den letzten Jahrzehnten. Seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts haben sich die Landschaft und die Landnutzung drastisch verändert. Im Rahmen der intensiven, teils industriellen Landwirtschaft wurden einerseits viele magere und extensiv genutzte, blüten- und kleinstrukturreiche Lebensräume zerstört. Andererseits verbrachten bzw. verwaldeten wertvolle Grenzertragsstandorte durch Nutzungsaufgabe. Insbesondere die Nutzungsintensivierung im Grünland durch Einsatz von Mineraldüngern und Herbiziden und der Wechsel von Heu- zu Silagenutzung führten zu blütenarmen, ausgeräumten Landschaften. Das heutzutage stark verminderte Angebot an Nahrungs- und Nistressourcen sowie die zunehmende Verinselung blüten- und kleinstrukturreicher Flächen haben zu einem starken Rückgang der Häufigkeit und Artenvielfalt der Wildbienen geführt . In Mitteleuropa sind je nach Land und Region zwischen 25 % und 68 % aller Wildbienenarten gefährdet . Damit gehören Wildbienen zu den Insektengruppen mit den höchsten Anteil an gefährdeten Arten.

Förder- und Schutzmassnahmen

Wildbienen können durch gezielte Massnahmen erfolgreich gefördert werden. Der Erhaltung blüten- und kleinstrukturreicher Lebensräume kommt dabei höchste Priorität zu. Jede Massnahme zur Erhöhung der Menge, Vielfalt und Verteilung von Blütenpflanzen und gut besonnten Kleinstrukturen in der Landschaft fördert die Artenvielfalt und vergrössert die Wildbienenpopulationen. Eine enge Nachbarschaft von Nahrungs- und Nistressourcen und ein kontinuierliches Blütenangebot vom frühen Frühling bis in den Spätsommer sind dabei von entscheidender Bedeutung.

Quelle: FiBL, Forschungsinstitut für biologischen Landbau.