Lebensraum: Lösswände, Hänge, Sandflächen mit Efeubeständen in erreichbarer Nähe.

Die auffälligste Eigenart dieser Biene, der sie auch ihren Namen verdankt, ist die Spezialisierung auf Efeupollen als Larvennahrung. Zu den typischen Blütenbesuchern des Efeus zählen normalerweise neben Wespen und Schwebfliegen allenfalls Honigbienen, dagegen kaum andere Bienen. Wegen der späten Blütezeit des Efeus erscheint die Efeu-Seidenbiene erst recht spät im Jahr, ab September, teilweise noch bis in den November. Sie gehört damit zu den spätesten Stechimmen Mitteleuropas. Die Nester werden im Boden angelegt, ideale Nistplätze bilden Lösswände. Hier kann bei günstigen klimatischen Bedingungen und einem reichen Bewuchs von Efeupflanzen gelegentlich ein Massenauftreten der Efeu-Seidenbiene beobachtet werden (Schmid-Egger 1997). Quelle: Wildbiene.com

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Die Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae) findet man auch in Kindergärten und auf Spielplätzen Sie ist eine bundesweit seltene Wildbienenart, die aus Baden-Württemberg bisher nur aus dem Kaiserstuhlgebiet und der Oberrheinebene bekannt war. Im Sommer 2006 gab es dort eine deutliche Bestandszunahme und einen starken Einflug in andere Regionen, da die Art erstmals an verschiedenen Stellen weit ab von ihrem bisherigen Verbreitungsgebiet, v.a. am Bodensee aufgetaucht ist. Sie kommt dort bevorzugt an Sandstellen vor und wurde mehrfach und zum Teil in großer Anzahl auch in Sandkästen auf Spielplätzen und in Kindergärten gefunden, wo sie nun ihre Nester anlegt. Ob es eine einmalige Erscheinung ist oder ob sich diese Wildbienen-Art dort länger halten kann ist noch unklar. Wissenswertes zur Efeu-Seidenbiene¾ Seidenbienen sind – wie Hummeln – äußerst friedfertig. Bei Störungen verteidigen sie weder sich selber noch ihre Nester, sondern flüchten. Sie können aber bei Lebensgefahr, das heißt wenn man sie in die Hand nimmt oder sich auf sie setzt, stechen. ¾ Ein Stich der Efeu-Seidenbiene ist nur ein kleiner‚ Piesker, der nach 5 Minuten vergeht; er ist nicht mit einem Wespen- oder Honigbienenstich zu vergleichen. ¾ Zum Pollen sammeln besuchen diese Bienen ausschließlich Efeublüten. Sie gehen, wie auch alle anderen Wildbienen, niemals auf Fallobst, süße Getränke oder süße Lebensmittel! ¾ Die Seidenbienen leben einzeln. Jedoch nisten die Tiere meist gesellig in Kolonien, wodurch man an den Nistplätzen meist zahlreiche Bienen antreffen kann. ¾ Die Nester werden in selbst gegrabenen Gängen tief im Erdboden angelegt. Jedes Weibchen versorgt ein kleines Nest mit bis zu 12 Brutzellen. ¾ Nistplätze werden tradiert, das heißt sie werden jahrelang von den Wildbienen wiederbenutzt. Es ist anzunehmen, dass an den jetzigen Nistplätzen auch im kommenden Jahr Seidenbienen fliegen werden. ¾ Die Efeu-Seidenbienen schlüpfen im Spätsommer und fliegen nur im Herbst, von September bis Oktober. ¾ Nistbereiche in Sandkästen sollten – sofern möglich – für diese Zeit abgesperrt werden, danach können sie bis zum nächsten Herbst wieder bespielt werden. ¾ Kinder beobachten Bienen sehr gerne! Nutzen sie die gute Gelegenheit, um den Kindern etwas über Wildbienen zu erzählen und zeigen Sie ihnen wie die Tiere leben. Quelle und Kontaktadresse: Dr. Mike Herrmann, Büro für angewandte Tierökologie & Botanik, Sonnentauweg 47, D-78467 Konstanz, 0049/ 7531/ 959 060, E-Mail: Mike-Herrmann@t-online.de

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