​Schottergärten

Modeerscheinung mit Folgen:

Vorgärten aus Schotter, Kies oder Splitt

Aus dem Wunsch nach einem pflegeleichten Garten sind in den letzten Jahren vermehrt „Schottergärten“ entstanden.

Diese Flächen werden mit einer wasserundurchlässigen Folie oder Vlies abgedeckt, auf dem Kies, Steine, Splitt oder Schotter verteilt werden. Die Steinschicht ist somit nach unten abgedichtet. Es können also keine Schösslinge nach oben wachsen und auch keine Feuchtigkeit von unten aufsteigen. Die Schotterschicht über dem Vlies ist trocken wie eine Wüste.

Teilweise werden Formgehölze gepflanzt, Gabionen (mit Steinen befüllte Stabgitterzaunkörbe), gesetzt und Hecken verbannt. Das erzeugt eine leblose, sterile, spannungsarme und kalte Wirkung. Ein Schottergarten ist nicht für den Aufenthalt von Menschen gemacht. Er zeigt keinerlei Willkommenskultur und verändert sich nicht im Jahresverlauf. Er ist ökologisch wertlos und nicht nachhaltig. Das Bodenleben verarmt und die Insekten sterben.

Hoher Pflegeaufwand ist vorprogrammiert!

Formgehölze müssen geschnitten werden. Organisches Material wie Pollen, Blüten, Samen und Blätter fallen zwischen die Steine und verrotten. Es bildet sich eine Humusschicht und erste Wildkräuter keimen. Algen, Moose und Flechten siedeln sich an. Eine Verfärbung tritt ein. Jäten ist zwischen den Steinen sehr mühsam. Herbizide sind unzulässig, da sie in die Kanalisation fließen und Gewässer verunreinigen können. Laubsauger sind laut und energieintensiv. Durch trockene heiße Luft im Sommer wird ein Schädlingsbefall von Spinnenmilben und Schildläusen gefördert, da sich die Steine stark aufheizen. Es wird weniger Staub gebunden und Lärm gedämpft. Die Rückstrahlungsintensität durch Hauswände und Steinflächen wird erhöht. Es entsteht eine Bodenbelags- und Umgebungserwärmung. Die Luftqualität im Wohnumfeld leidet.

Schottergärten und Politik

Der Trend zur Versteinerung der Vorgärten beschäftigt mittlerweile Politik und Umweltverbände. Anfang Mai 2019 erklärten Umweltminister mehrerer Bundesländer, eine Informationskampagne gegen die Schottergärten ins Leben rufen zu wollen. Einzelne Kommunen haben bereits begonnen, in ihren Bebauungsplänen solche Gestaltungen zu untersagen.

(Quelle: mdr Fernsehen)